Der Wohnungsmarkt steht unter Druck. Steigende Baukosten, hohe Grundstückspreise, zunehmende Regulierung und gesellschaftliche Veränderungen stellen alle Akteure vor große Herausforderungen. Gleichzeitig wächst der Wunsch vieler Menschen nach bezahlbarem, stabilem und sozial eingebettetem Wohnen.
Genau an dieser Schnittstelle stehen Wohnungsbaugenossenschaften.
Seit vielen Jahren begleite ich Genossenschaften nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch – im operativen Alltag, in wirtschaftlich schwierigen Phasen, in Wachstumsprozessen, bei Neubauten, Sanierungen und in unzähligen Gesprächen mit Mitgliedern. Dabei ist mir eines immer wieder deutlich geworden:
Wohnungsbaugenossenschaften sind kein Auslaufmodell. Sie sind aktueller denn je.
Mehr als Wohnen: Gemeinschaft als Stabilitätsfaktor
Wohnen in einer Genossenschaft bedeutet mehr als ein Mietverhältnis. Es bedeutet Teil einer Gemeinschaft zu sein, Mitverantwortung zu tragen und langfristig zu denken. Diese Struktur schafft Stabilität – für die Mitglieder ebenso wie für die Organisation selbst.
In einer Zeit, in der Wohnraum zunehmend zur Ware wird, setzen Genossenschaften bewusst einen Gegenpol: Sie stellen das Gemeinwohl vor die Rendite und investieren Überschüsse konsequent in den Bestand, in Instandhaltung und in die Zukunft.
Der schwierige Balanceakt zwischen Sozialem und Wirtschaftlichkeit
So sehr ich vom genossenschaftlichen Modell überzeugt bin – es wäre unehrlich, die Herausforderungen auszublenden. Bezahlbare Mieten, steigende Kosten, energetische Anforderungen, Förderprogramme mit hohem bürokratischem Aufwand und begrenzte Flächen: All das zwingt Genossenschaften zu einem permanenten Balanceakt.
Sozial verträgliche Mieten sind kein Selbstläufer. Sie erfordern wirtschaftliche Vernunft, klare Entscheidungen und manchmal auch unbequeme Diskussionen – innerhalb der Gremien ebenso wie mit den Mitgliedern. Genossenschaften müssen wirtschaftlich stabil bleiben, um ihren sozialen Auftrag überhaupt erfüllen zu können.
Mitbestimmung braucht Struktur und Verantwortung
Ein zentrales Merkmal von Genossenschaften ist die Mitbestimmung. Sie ist Stärke und Herausforderung zugleich. Beteiligung schafft Identifikation – kann aber Prozesse verlangsamen oder Konflikte verstärken, wenn Rollen und Verantwortlichkeiten nicht klar sind.
Aus meiner Erfahrung funktioniert Mitbestimmung dann am besten, wenn sie gut strukturiert, transparent und ehrlich gelebt wird. Führung in Genossenschaften bedeutet daher nicht „allen alles recht zu machen“, sondern Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu erklären und Vertrauen aufzubauen.
Warum ich dieses Buch geschrieben habe
Ich habe mich entschieden, ein Buch über Wohnungsbaugenossenschaften zu schreiben, weil ich das Gefühl hatte, dass oft über sie gesprochen wird – aber zu selten aus der Praxis heraus.
Mein Ziel war es, Einblicke zu geben:
- in die wirtschaftlichen Grundlagen,
- in die alltäglichen Herausforderungen,
- in gelungene und gescheiterte Ansätze,
- und in die Frage, wie Genossenschaften auch in Zukunft handlungsfähig bleiben können.
Das Buch richtet sich an Mitglieder, Mitarbeitende, Führungskräfte, Gremien, Verbände – und an alle, die verstehen wollen, wie gemeinschaftliches Wohnen wirklich funktioniert.
Ein Blick nach vorne
Die Zukunft der Wohnungsbaugenossenschaften wird nicht einfach. Aber sie ist gestaltbar. Digitalisierung, neue Baukonzepte, nachhaltige Strategien und eine ehrliche politische Debatte können dazu beitragen, dass Genossenschaften ihre Rolle weiter stärken.
Ich bin überzeugt:
Wenn wir ihre Besonderheiten verstehen, realistische Rahmenbedingungen schaffen und den Mut haben, Verantwortung zu übernehmen, dann bleiben Wohnungsbaugenossenschaften ein tragender Pfeiler unseres Wohnungsmarktes.
Nicht laut.
Nicht spektakulär.
Aber verlässlich.
Call to Action – sachlich & professionell
Wenn Sie sich intensiver mit dem Thema Wohnungsbaugenossenschaften auseinandersetzen möchten – jenseits von Schlagworten und Ideologien – lade ich Sie herzlich ein, mein Buch zu lesen.
Es richtet sich an Mitglieder, Verantwortliche in Gremien, Mitarbeitende, Kommunen und alle, die verstehen wollen, wie genossenschaftliches Wohnen heute funktioniert, wo es an Grenzen stößt und welche Chancen vor uns liegen.
Das Buch erscheint im März 2026.
Weitere Informationen folgen in Kürze hier auf meiner Homepage.
